Wo gings noch mal nach Innsbruck?

Mal eben schnell nach Innsbruck

Na so oder so ähnlich war unser Vorhaben für den Tripp nach Innsbruck. Aber es sollte anders kommen. Geplant war, die anstehenden ca. 190km in knapp 2h zu absolvieren. Naja Plan halt 😉 

Wo über die Grenze?

Wir haben viel über die aktuellen Grenzkontrollen zwischen Österreich und Deutschland im Netz gelesen. Von einer Wartezeit von ca 5 Minuten bis hin zu mehreren Stunden war alles dabei. Da wir immer versuchen zu fahren, wenn der kleine schläft, soll es relativ schnell gehen. Also entschieden wir uns für den “Geheimtipp” Grenzübergang Freilassing und nicht dem auf der Autobahn. Dort soll es wohl wegen der Fahrbahnverengung auf zwei Streifen mächtig Stau geben. 

Aber als wir am Grenzübergang Freilassing ankamen, war außer drei oder vier Polizisten, die prüfend jedes Auto beobachteten, nichts zu sehen. Somit haben wir den Grenzübertritt gar nicht so recht mitbekommen.

Schloss Neuschwanstein? – klar, los dahin

Da wir in Bad Reichenhall eh tanken wollten, kam ich auf die Idee doch spontan noch zum Schloss Neuschwanstein fahren zu wollen, irgendwo hier in Richtung Berchtesgaden muss es doch sein. Die mahnenden Worte meiner Frau muss ich wohl überhört haben und so fuhren wir los, OHNE Navi. Nachdem Berchtesgaden immer näher rückte und ich immer noch Hinweisschilder sehen konnte, ahnte ich es – es ist wo ganz anders. Egal der Königssee ist gleich um die Ecke, dann halt da hin. Vom ursprünglichen Plan, schnell mal nach Innsbruck, ist schon jetzt nichts mehr übrig.

Königssee – überall Touristen und Holländer

Klar sie sind auch überall, die Holländer 😉 (musste mal gesagt werden). Was insbesondere mir auffällt, dass hier in letzten 20 Jahren hier alles Kommerz geworden ist, die Touristenströme reißen nicht ab, alle 5 Minuten setzten voll beladenes Elektroboot zur Fahrt über den See an. Soweit wie ich mich an meinen letzten Besuch erinnern kann (ist mehr als 20 Jahre her) war damals noch alles ruhig. 

Innsbruck – wir wollen nach Innsbruck!

Wir erinnern uns an unser Tagesziel und tuckern langsam los. Weit kommen wir nicht, denn unser König braucht eine Pause und ich hab die falsche Abzweigung über die Berge genommen. Egal, die Aussicht entschädigt für alle und Smallie sieht zum ersten mal Kühe und die sind nicht lila.

Kitzbühel ist nicht Innsbruck

Aber klar, es liegt auf dem Weg, also fahren wir durch Kitzbühel, irgendwie kommen wir schon an unser Ziel, dann sind wir halt später da 😉 Kitzbühel hatte mich mir mehr Bühel als Kitz vorgestellt, ich weiß nicht so recht, was an diesem Ort so besonders ist. Gut die Porscherate ist hier gefühlt 200%, aber sonst so. Da wir im Stau an einer Baustelle stehen nutze ich die Gelegenheit eine Story für Instagram zu machen und sehe im Rückspiegel Tina und den kleinen am pennen. Na gut, keiner sagt was, also weiter, irgendwie kommen wir schon an.

Ich lasse Kitzbühel hinter uns und schon geht es immer weiter bergauf, Kurve links, Kurve rechts immer hoch mit 40 km/h (hatte ich erwähnt, dass der Bulli 65 PS hat 🙂 ) Viel zu spät bemerke ich, dass wir an einem Alpenpass angekommen sind. Ich denke mir: Wo es hoch geht, geht es auch wieder runter. An einer Ausichtsplatform muss ich stoppen, meine beiden Schätze sind wieder wach und der kleine hat Hunger, nicht nur er sondern auch Tina und ich. Schnell noch ein paar Fotos un ab ins Tal, schließlich haben wir das schlimmste hinter uns – dachte ich.

Bald geschafft…

Wir beschließen heute nicht mehr nach Innsbruck zu fahren, das schaffen wir ohnehin nicht mehr, also tippen wir ins Navi “Zell am Ziller” ein, ein passender Campingplatz wurde auch fix gefunden und ab. Schließlich sind wir ja schon fast am Ziel, nur noch durchs Tal und dann haben wir es fast geschafft. Denken wir….

Kurz nach “Wald im Pinzgau” gibt es eine Gabellung, links den Pass und rechts die Steigung mit 10%. Unbewusst wähle ich den Pass, denn die Abzweigung ist so unübersichtlich, dass ich sie glatt übersehe. Vorbei an Europas höchstem Wasserfall bei Krimml, gibt es die ersten Serpentinen. Ich schlucke als ich die Steigung sehe und Tina macht innerlich drei Kreuze, der kleine schläft. 65 PS sind nun mal nicht für die Berge ausgelegt, ich bleibe trotzdem standhaft, wir schaffen das! Und zwar egal wie, jetzt ist nur eins gefragt: Eiserner Wille und dass das Auto hält. Es läuft gut im drittenn Gang, bis eine Baustelle naht und wir anhalten müssen und der Schwung weg ist. Jetzt geht es nur noch im Kriechtempo vorran. Ich entscheide mich für eine Pause und so können wir abermals den Ausblick genießen – zu unserem Glück auf den gerade genannten Wasserfall.

Weiter – immer weiter

Wir kriechen den Berg rauf, werden zum Verkehrshindernis. Alles ist uns in dem Moment egal, Hauptsache ankommen, Hauptsache der Bulli hält. Und wie: Wir sind fix und fertig, als wie die Mautstation erreichen und ich die Kassiererin frage, ob es jetzt nur noch bergab geht. Ihre Antwort “Ja”. Besser wäre gewesen: “Ja, sie haben noch 1.100 Höhenmeter vor sich” was das bedeutet, kann sich jetzt jeder ausmalen. Es geht ins Tal. Wir erreichen nach 6,5 h das Ziel, welches eigentlich kein Ziel war, aber wir haben es geschafft:

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Ein Kommentar

  1. Hallo, Ihr 3,
    Das sind ja tolle Erlebnisse. Es geht doch nichts über spontane Routenänderungen. Neuschwanstein liegt bei Füssen. Wäre noch ein Stück zu fahren gewesen.
    Weiterhin gute Fahrt, Wir freuen uns schon auf den nächsten Bericht
    Gitta&Wolfgang

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